MARIA STUART. SCHILLER (2003)

Premiere: 22.05.2003

Preise

16,-€ normal
12,-€ ermäßigt
9,-€ Schüler und Studenten
7,-€ Frankfurt-Pass

2.30h mit Pause

In Schillers üppig überwucherter Historie ist die nackte „Story“ die Geschichte einer politischen Entscheidung.
Das Opfer ist Maria Stuart, die abgesetzte, von ihrem Thron verjagte und in England inhaftierte Königin von Schottland. Schuldig oder nichtschuldig – ihre Existenz bedroht den Thron. BedrohtEnglands Frieden. Dafür muß sie sterben. Vier Männer sind es, die diesen Prozeß auf ihre Weise verfolgen, beeinflussen, beschleunigen oder verhindern wollen. Burleigh, Großschatzmeister von Elisabeth, der Königin von England, durchkämpft gnadenlos diese Entscheidung. Er handelt, wo Elisabeth zu handeln zaudert. Er weiß, in ihrem Zaudern liegt die Hoffnung, ein anderer möge die Blutschuld auf sich laden. Burleigh tut dies.
Und als Elisabeth ihn dafür – heuchlerisch – anklagt und sogar verbannt, zieht er wortlos den Hut und geht … in Pension: ein ungebrochener Tragöde der Staatsraison. Mortimer, fanatischer Katholik und Liebhaber Marias, unternimmt zu ihrer Rettung einen verzweifelten Befreiungsversuch, der dilettantisch scheitert, ihn sogar das Leben kostet. Lord Leicester, auch ein Liebhaber, aber von beiden Königinnen, von Maria und Elisabeth, verliert mit seinem charakterlosen Doppelspiel und setzt sich nach Frankreich ab, während Shrewsbury, bedingungslos loyaler Berater der Elisabeth und Warner vor der Vollstreckung des Todesurteils, sich mit seiner mildefordernden Haltung gegenüber Maria nicht durchzusetzen vermag.

Furcht und Hoffnung, Drangsal und Verhinderung, Aufstand und Niederlage –
es sind dies alles nicht mehr als glänzende dramatische Verzögerungen, furioses Intrigenspiel als Erweiterung des Zweikampfs zweier Frauen um die Macht.

Die Presse schrieb:

Schön: Raum und Nutzung. Naxos Halle. Patina. Von Laufsteg durchzogen. Endlose Flucht. Allee der Stahlträ-ger. Königliches Licht. Personal bei Schiller unüberschaubar. Praml kommt aus mit 6. Zwei Königinnen kämpfen um Macht. Eiskalt erbittert. Eine hat längst verloren. 4 Herren im Frack als Zere-monien- meister. Beeindruckend: Elisabeth, in Schwarz, mit Stachelkragen. Spielt am Spinett. Bevor sie Köpfe rollen lässt. Rühmt sich, „regiert zu haben wie ein Mann“. Praml besetzt mit Michael Weber. Gewaltig: Maria (Birgit Heuser), wei- ßes Kreuz auf nackter Brust, Gefangene ihrer selbst. An der Rampe ausge- stellt. Kein Flehen hilft, keine Intrige. Auch nicht das transparente Kleid. Männer, die zu Hilfe eilen, sind feige verschlagen wie Leicester (Willy Praml) oder dumm draufgängerisch wie Mortimer (Tim Stegemann). Der hängt alsbald am Kreuz, nimmt der Verurteilten die Beichte ab. Vorm Ende Tod. Ernstes Spiel, schöne Bilder. Sanftes Pathos. Kühl kalkulierte Effekte. Heftig langer Beifall.
Mai 2003, Bild-Zeitung

Regie

Willy Praml

Bühne/Kostüm
Michael Weber
Darsteller*innen

Reinhold Behling,
Birgit Heuser,
Willy Praml,
Tim Stegemann,
Victor Vössing,
Michael Weber

Musikalische Bearbeitung

Sepp Niemeyer,
Gregor Praml

Ton

Oliver Blohmer

Bühnenbau

Guido Egert

Licht

Sven Bethmann,
Nico Rocznik,
Guntram Naurath

Fotos

Seweryn Zelazny

2020-11-04T11:23:14+01:00

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