HYMNEN AN DIE NACHT. Novalis (2016)

Die Nacht und der Tag - Das Göttliche und der Mensch

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Abwärts wend ich mich zu der heiligen, unaussprechlichen, geheimnisvollen Nacht. Fernab liegt die Welt – wüst und einsam ihre Stelle. . . Willy Praml befragt einen Text, den er, als Jugendlicher, vor 60 Jahren, begeistert auswendig gelernt hat. Kein Rückwärts-Erinnern, sondern ein Abwärts-Steigen an den elterlichen Holztisch.

Die bedeutendste Dichtung der Frühromantik als Manifest des Nicht-Vollendeten, des hinter dem Licht Existierenden, des Unentdeckten, des der Zukunft Vorbehaltenen.

Ich habe im Theater, glaube ich, noch nie so im Dunkeln gesessen (…) Das Traumartige, Schlafwandlerische, das Nächtliche, es ist alles da und umfängt einen für die gesamte Aufführungsdauer. Man meint selbst zu träumen, und man versteht keinesfalls alles (…), aber man versteht zum einen das Anliegen des Autors Novalis, der die Nacht als notwendige Bereicherung des schnöden Tags ansieht, und man versteht darüber vielleicht auch den Theatermacher Willy Praml besser.

Ein Theaterzuschauer

Die Presse schrieb:

Der Romantik wurde Novalis´„Hymnen“-Zyklus in Prosa und Versen (…) zur Fanfare, weil er Innenwelten (Trauer über die Geliebte) in kosmisch-katholische Religiosität auflöste. Dem Tribut an die Sonne folgt die Erklärung, vor allem dem Dunkel, Schlaf und Tod Ehre bezeigen zu wollen.

Marcus Hladek, Frankfurter Neue Presse 12.12.2016

Zutiefst autobiographisch ist der neue Abend des Frankfurter Regisseurs Willy Praml, der dafür einmal wieder selbst auf der Bühne steht. Novalis´ “Hymnen an die Nacht“ hat er als fünfzehnjähriger Klosterschüler vor sechzig Jahren auswendig gelernt, jetzt widmet er ihnen eine herrlich nachtschwarze Stunde in der Naxoshalle (…) Eine Künstlerwerdung aus dem Geist der Romantik (…)

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau 12.12.2016

Sechs Hymnen, die Liebe, Religion und die Suche nach dem, was an Attraktivem jenseits des Rationalen liegt, in Sprachräuschen feiern (…) Der Pianist Leonhard Dering weitet buchstäblich den Interpretationsraum, Schuberts Klaviersonate D 960 in B-Dur wird von ihm mit Pausen in der Wiedergabe an den Rhythmus von Pramls Text gebunden. Gleichzeitig aber ist die Musik selbst geradezu der Inbegriff dessen, was wir „Romantik“ nennen.(…) (Der Text) bleibt ein poetisches Ungeheuer, aber eines, dessen Kraft an diesem Abend jenseits aller Nostalgie lebendig funkelt (…)

Eva-Maria Magel, Frankfurter Allgemeine Zeitung 12.12.2016

. . . ein berührender, verzaubernder und wunderbarer starker Abend.

Katrin Swoboda, Strandgut 02/2017

Mit

Willy Praml und Maria Niesen als Amalia Praml

Szenische Einrichtung
Michael Weber
Musik

Leonhard Dering spielt die Klaviersonate D 960 – B-Dur von Franz Schubert

Lichtkonzept

Herbert Cybulska

Bühnenbau

Andreas Abendroth

Fotos
Herbert Cybulska

2020-11-04T13:29:16+01:00

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