KAFKA/MERIKA. Der Verschollene

Kafkas Amerika Fragment

Preise

22,-€ normal
18,-€ ermäßigt
10,-€ Schüler und Studenten
8,-€ Frankfurt-Pass

4.00h mit Pause

Hinweise:

Bitte wetterfeste Kleidung und, sofern vorhanden, ein Opern- oder Fernglas, mitbringen!

Franz Kafkas AMERIKA-ROMAN, entstanden zwischen 1911 und 1914 und von seinem Freund und Herausgeber Max Brod postum 1927 veröffentlicht, ist neben DAS SCHLOSS und DER PROCESS einer der drei unvollendeten Romane von Franz Kafka.

DER VERSCHOLLENE beginnt mit der Einfahrt des 16jährigen Karl Roßmann aus Prag in den Hafen von New York, in dem er die „schon längst beobachtete Statue der Freiheitsgöttin“ erblickte. „Ihr Arm mit dem Schwert ragte wie neuerdings empor und um ihre Gestalt wehten die freien Lüfte.“

Wird es dieses Schwert sein, das Karl Roßmann am Ende zerschmettert haben wird?

Der VERSCHOLLENE – ein Bildungsroman? Kafkas Held begegnet einem Amerika, das ihn nicht in die Höhe des humanistischen Menschseins auf-, sondern in die Finsternis des modernen Lebens absteigen lässt. Das moderne, verheißungsvolle Paradies Amerika, die „Neue Welt“, wird zur Parabel eines Bildungs-Weges, der dem Lernenden keine fortschreitende Entwicklung mehr offen hält.

Der Amerikanische Traum – ein bunter, aber zerplatzter Luftballon? Der Albtraum „eines modernen Sisyphos, der ewig den Felsen der Zugehörigkeit vergeblich wälzt.“

Albert Camus
Die Presse schrieb:

Einen herrlichen Blick über das nächtliche Frankfurt, halblinks liegt die Skyline, bekommt geboten, wer sich in diesen Tagen auf eine gut vierstündige „Amerika“-Reise mit dem Theater Willy Praml begibt.

Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau 13.03.2018

Praml wählt einen Weg durchs Labyrinth. Der ist so sinnlich, gefällig und grotesk, dass man die Aufführung ungern im täglichen Einerlei verschollen gehen sähe.

Marcus Hladek, Frankfurter Neue Presse 13.03.2018

Ganz Naxos ist eine Bühne. […] Praml setzt auf Überwältigung. Geizt nicht mit meist durchaus klug eingesetzten bewegten Bildern, setzt mit großem Orchester großzügig das Geschehen untermalende Filmmusiken ein und vertraut auf die tatsächlich immer wieder großartige Kulisse. […] Wie Praml hier Schauspieler und Video interagieren, wie er die Aufzüge rauf und runtersausen und dabei Neil Armstrong, Dick und Doof und Abraham Lincoln, Shirley Temple, einen Revolverhelden oder Scarlett O’Hara gleichsam in Gastrollen des sich für Karl nie erfüllenden amerikanischen Traums auftreten lässt, das ist so unterhaltsam wie präzise inszeniert.

Christoph Schütte, Frankfurter Allgemeine Zeitung 12.03.2018

Karl, der in dieser Inszenierung von drei jungen Frauen verkörpert wird, ist ein naiver, optimistischer Jüngling. In Glitzerhosen und Mickey-Mouse-T-Shirt wird die Figur zerlegt – und mit ihm geht das Publikum auf Wanderschaft, ganz wortwörtlich: Karl, zunächst als rebellischer Schiffs-Heizer, tritt unter den unverputzten Rohren des Foyers des alten Industriebaus in Erscheinung, seinen Weg führt ihn auf eine Dachterrasse der angrenzenden Gebäude mit Blick auf den Nachthimmel, der die Freiheit und die Weite des amerikanischen Wohlstands symbolisiert – und an verschiedene Stellen der Halle selbst, an denen durch eine bestechende Lichtregie und Schwarz-Weiß-Filme immer neue Bilder aus der Dunkelheit herausgezaubert werden. […] Ein Abend voller überraschendeer und phantasievoller Details – eine Wundertüte, in der großes orchestrales Pathos in der Musik ebenso Platz hat wie das Groteske. Aber auch ein Abend mit leisem Schrecken, der einen ergreift, wenn man über die Abgründe der Verlorenheit hinter dem mechanischen Getriebe nachdenkt.

Ruth Fühner, hr2-Kulturfrühstück 13.03.2018
Regie

Willy Praml

Bühne
Michael Weber
Darsteller

Jakob Gail,
Muawia Harb,
Virginia V. Hartmann,
Birgit Heuser,
Elisabeth Marie Leistikow,
Ibrahim Mahmoud,
Anja Signitzer,
Claudio Vilardo,
Michael Weber

Musikalische Bearbeitung und Toneinrichtung

Jakob Rullhusen

Kostüme

Paula Kern

Videoprojektion und Film
Rebekka Waitz

Regieassistenz
Vincent Jost
Fotos

Seweryn Zelazny

2018-08-08T13:35:19+00:00